Zahlen und Fakten

Anfragen und Fälle

Im Berichtsjahr wandten sich gesamthaft 2’801 Personen an die Schlichtungsstelle (2024: 1’540). Dies entspricht monatlich rund 233 Kundinnen und Kunden, welche die Schlichtungsstelle konsultierten. Daraus ergaben sich 1’650 Fälle (2024: 933) und 1’151 Anfragen (2024: 607). Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Zunahme der Anfragen und Fälle von rund 82%.

Jahr Anfragen Fälle Total
2010 2402 1165 3567
2011 3404 1137 4541
2012 4736 1146 5882
2013 4782 1171 5963
2014 5356 1178 6534
2015 5030 1413 6443
2016 5273 1330 6603
2017 4353 1122 5475
2018 3416 1078 4494
2019 1751 628 2379
2020 1464 563 2027
2021 1167 515 1682
2022 1128 625 1753
2023 1085 781 1866
2024 607 933 1540
2025 1151 1650 2801

Gemäss Art. 48 Abs. 4bis FDV kann die Schlichtungsstelle Statistiken über die Fallzahlen aufgeschlüsselt nach Anbieter von Fernmelde- und Mehrwertdiensten veröffentlichen. Die am Schluss dieses Kapitels publizierte Statistik führt die Anbieter in alphabetischer Reihenfolge mit der Anzahl behandelter Anfragen (Anfragen), der eingereichten Schlichtungsbegehren (Fälle) und der mit den Anbietern durchgeführten Schlichtungsverfahren (Verfahren) im Berichtsjahr auf. Qualitative Aussagen lassen sich von dieser Statistik kaum ableiten, da die Zahlen keinen Bezug zur Anzahl Kundenverträge der einzelnen Anbieter aufweisen. Statistische Informationen insbesondere zu den Marktanteilen der einzelnen Anbieter von Fernmelde- und Mehrwertdiensten sind in der Sammlung statistischer Daten des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) abrufbar.

Fälle

Der Kontakt einer Kundin oder eines Kunden mit der Schlichtungsstelle wird statistisch als Fall erfasst, wenn ein Schlichtungsbegehren mit dem dazu notwendigen Formular eingereicht wird.

Im Vergleich zum Vorjahr mit 933 Fällen ist im Berichtsjahr eine Zunahme von 717 Fällen (rund 77%) zu verzeichnen.

Fallentwicklung seit 2010
2010 1’165
2011 1’137
2012 1’146
2013 1’171
2014 1’178
2015 1’413
2016 1’330
2017 1’122
2018 1’078
2019 628
2020 563
2021 515
2022 625
2023 781
2024 933
2025 1'650

Mit Anbieter durchgeführte Schlichtungsverfahren

Von den eingereichten 1'650 Schlichtungsbegehren wurden 650 Fälle infolge Unzuständigkeit, Rückzugs des Begehrens oder nicht nachgereichten Informationen und Unterlagen zur Prüfung der Eintretensvoraussetzungen vor der Aufforderung zur Stellungnahme des Anbieters abgeschlossen. Das bedeutet, dass rund 40% der eingereichten Schlichtungsbegehren die vorgeschriebenen Eintretensvoraussetzungen (zivilrechtliche Streitigkeit, Glaubhaftmachen des gescheiterten Einigungsversuchs) nicht erfüllten.

Mit Fernmelde- und Mehrwertdienstanbieter wurden im Berichtsjahr ingesamt 1'000 Schlichtungsverfahren durchgeführt.

Pendente und abgeschlossene Fälle

Per Ende der Berichtsperiode konnten 1'400 Fälle, darunter einige pendente Fälle aus dem Vorjahr, abgeschlossen werden, 250 Fälle waren noch offen. Noch nicht abgeschlossene Fälle betrafen vor allem Schlichtungsverfahren, bei welchen im Dezember 2025 die Schlichtungsvorschläge ausgearbeitet und den Parteien zur Prüfung zugestellt wurden oder Schlichtungsverfahren, bei welchen nach Versand der Schlichtungsvorschläge von den Parteien Gegenvorschläge unterbreitet wurden und die Nachverhandlungen im Gange waren. Schliesslich gehören dazu auch Verfahren, bei denen die Eintretensvoraussetzungen noch nicht gänzlich erfüllt waren.

In 829 Fällen konnte eine Einigung zwischen den Parteien erzielt werden. Diese kam entweder auf der Basis eines Schlichtungsvorschlags der Schlichtungsstelle oder der im im Rahmen des Verfahrens zwischen den Parteien selbst ausgehandelten Verhandlungslösung zustande. 51 der Verfahren wurden mit Ablehnung des Schlichtungsvorschlags durch den Kunden und 40 durch Ablehnung des Anbieters abgeschlossen. In drei Fällen wurde der Schlichtungsvorschlag von beiden Parteien abgelehnt.

In 250 Fällen wurde das Verfahren infolge Säumnis (z.B. fehlende Antwort oder Dokumente) einer der Parteien abgeschlossen. 139 Verfahren wurden von den Kundinnen und Kunden vor der Aufforderung zur Stellungnahme des Anbieters und neun danach zurückgezogen. Unzuständig zur Bearbeitung des Schlichtungsbegehrens war die Schlichtungsstelle in ingesamt 76 Fällen. Dabei ging es um Themen, welche nicht Fernmeldedienst- oder Mehrwertdienstanbieter und deren Dienstleistungen betrafen, oder aber um die direkte Rechnungsstellung von Mehrwertdienstanbietern an die Kundinnen und Kunden ohne Inkasso der Fernmeldedienstanbieter und letztendlich auch um die nicht erfüllten Eintretensvoraussetzungen.

Anfragen

Im Berichtsjahr wurden 1'151 Anfragen von der Schlichtungsstelle bearbeitet.

Die rein telefonischen Anfragen machten im Berichtsjahr rund 75% aller Anfragen aus. Diese 861 Anfragen, welche meist mit einer Auskunft zum Schlichtungsverfahren beantwortet werden konnten, wurden als telefonische Anfragen sogleich abgeschlossen, da keine weiteren Vorkehrungen getroffen werden mussten.

Mittels schriftlichen Anfragen – brieflich oder über das Kontaktformular auf der Homepage – wandten sich 290 Personen an die Schlichtungsstelle. Diese schriftlichen Anfragen wurden nach Erteilung der Informationen und Auskünfte ebenfalls sogleich abgeschlossen, da keine weiteren Vorkehrungen getroffen werden mussten.

Sprache und Art der Kundinnen und Kunden

Von allen Anfragen und Fällen gingen 73% in deutscher, 24% in französischer und 3% in italienischer Sprache bei der Schlichtungsstelle ein.

Verteilung der Sprachen der Kundinnen und Kunden
Deutsch 72.5%
Französisch 24%
Italienisch 3.5%

Die Verfahren werden in den drei Amtssprachen nach Eingabe der Kundin oder des Kunden durchgeführt.

130 Anfragen oder Fälle stammten von Unternehmen (4.6%), alle anderen von Privatpersonen.

Verfahrens- und Behandlungsgebühren

Die Verfahrensgebühren für Schlichtungsverfahren wurden den betroffenen Fernmelde- und/oder Mehrwertdienstanbietern nach Abschluss der Verfahren in Rechnung gestellt.

Die Behandlungsgebühr, die sich auf Art. 12c Abs. 2 FMG stützt, wurde den Kundinnen und Kunden zu Beginn des Schlichtungsverfahrens in Rechnung gestellt.

Medienkontakte

Die Schlichtungsstelle wurde im Berichtsjahr von diversen Medien kontaktiert und um Auskünfte sowie Interviews gebeten. Es erschienen verschiedene Berichte in Zeitungen und Online-Diensten über die Tätigkeit der Schlichtungsstelle. In Radiosendungen wurden ebenfalls Interviews oder Zitate eingespielt sowie auf die Existenz der Schlichtungsstelle hingewiesen.

Das Team der Schlichtungsstelle

Das Team der Schlichtungsstelle bestand 2025 aus den folgenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Raphael Calzimiglia, Jurist (40%, ab 1.9.2025)
  • Beatrix Carelli, Sachbearbeiterin (80%)
  • Flavia Colaprico, Sachbearbeiterin (80%, ab 1.11.2025)
  • Thomas Dos Santos Silva, Jurist (40%, ab 17.6.2025)
  • Helin Erken, Juristin (40%, ab 1.11.2025)
  • Miria Ferber, Juristin (40%)
  • Marc Jutzi, Jurist (20%, ab 15.4.2025)
  • Fiona Keller, Juristin (40%, ab 1.9.2025)
  • Irina Müller, Juristin (40%, bis 30.9.2025)
  • Eleonora Rhyn, Juristin (50%, stv. Ombudsmann)
  • Sophia Schork, Juristin (20%)
  • Oliver Sidler, Dr. iur., Rechtsanwalt (60%; Ombudsmann)
  • Coline Steullet-Scherrer, Juristin (20%, bis 31.5.2025)

Es ist mir ein Anliegen, dem Team der Schlichtungsstelle für die hervorragende Arbeit im Berichtsjahr zu danken. Ohne die motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätte die verantwortungsvolle Aufgabe kaum bewältigt werden können.

Dr. Oliver Sidler, Ombudsmann

ANHANG: Statistik der Anfragen und Fälle sowie mit Anbieter durchgeführten Verfahren (in alphabetischer Reihenfolge nach Anbieter)

Anbieter-Fournisseur-Fornitore Anfrage-Demandes-Domande Fälle-Cas-Casi Verfahren-Procédure-Procedura
Beeone Communications SA 0 1 1
Beeone Communications SA (MUCHO Mobile) 0 3 2
ConnectOne AG 10 12 2
Creafuse AG 1 4 1
Digitec Galaxus AG 1 4 1
Dimoco Payments GmbH 0 1 0
Diversico GmbH 1 2 2
Echovox SA 23 17 4
Eleverse Labs AG 5 4 1
Freefon AG 1 1 1
GIB­Solutions AG 0 1 0
Global Premium Telecom B.V. 5 6 5
Goldenphone GmbH 1 0 0
green.ch AG 0 6 4
i-forward gmbh 0 1 1
Init7 (Schweiz) AG 1 0 0
InterGGA AG 2 1 1
iWay AG 1 1 0
Kontelco AG 0 1 0
Lakemobile AG 5 3 1
Leucom Stafag AG 1 1 1
Lycamobile AG 5 9 6
MobyPay GmbH 1 0 0
MPay AG 6 13 4
MTEL Schweiz GmbH 2 7 7
Naka AG 1 2 0
NorthC Schweiz AG 0 1 1
NTH AG 1 1 1
OIKEN SA 0 1 1
Paycon AG 12 18 4
Primacall AG 1 0 0
PrimeTech AG 9 15 6
Quickline AG 4 4 2
Renet AG 0 1 1
Salt Mobile SA 193 290 159
Salt Mobile SA (GoMo) 12 21 9
Salt Mobile SA (Lidl Connect) 2 5 2
Salt Mobile SA (Post Mobile) 6 8 5
Sam Media Sàrl 0 1 0
Services industriels Lausanne (SiL) 1 1 0
SITEL S.A. 0 2 1
St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG 0 1 1
Sunrise GmbH 336 522 359
Sunrise GmbH (Aldi Mobile) 6 14 12
Sunrise GmbH (CHmobile) 0 1 1
Sunrise GmbH (Lebara mobile) 8 24 17
Sunrise GmbH (Swype) 0 2 2
Sunrise GmbH (UPC) 20 36 27
Sunrise GmbH (Yallo) 100 241 176
Swisscom (Schweiz) AG 131 160 88
Swisscom (Schweiz) AG (Coop Mobile) 20 18 7
Swisscom (Schweiz) AG (Migros Mobile) 32 38 18
Swisscom (Schweiz) AG (Wingo) 21 34 18
Switzernet Sàrl 1 0 0
TalkTalk AG 23 40 26
Technische Betriebe Wil 0 3 1
Teleboy AG 1 1 1
TelePhonenix AG 0 1 1
Ticinocom SA 1 2 2
VOé 3 0 0
VOé commerce SA 12 3 2
VTX SA 0 3 3
WWZ AG 1 0 0
Yetnet Genossenschaftsverband 0 1 1
ANDERE 121 35 0
Total 1151 1650 1000