1. Voraussetzungen erfüllt?

Kundinnen und Kunden von Fernmeldedienst- und Mehrwertdienstanbietern können sich bei zivilrechtlichen Streitigkeiten an die Schlichtungsstelle wenden.

Als Kundin oder Kunde müssen Sie schriftlich darlegen, dass Sie bereits versucht haben, mit dem betroffenen Fernmelde- oder Mehrwertdienstanbieter eine Einigung gefunden zu haben. Der letzte Kontakt in der strittigen Angelegenheit darf nicht mehr als 12 Monate zurückliegen. Zudem darf sich kein Gericht- oder Schiedsgericht mit der gleichen Sache befassen oder befasst haben und das Schlichtungsbegehren darf nicht offensichtlich missbräuchlich sein.

Das Schlichtungsverfahren wird in der Regel schriftlich durchgeführt. Falls der Fall schriftlich nicht geklärt werden kann, können die Parteien von der Schlichtungsstelle auch zu einer mündlichen Verhandlung eingeladen werden, falls dies den Umständen nach als geboten erscheint. Weder die Kundin/der Kunde noch der betroffene Fernmeldedienst- oder Mehrwertdienstanbieter haben jedoch Anspruch auf eine mündliche Verhandlung.

2. Formular ausfüllen

Schlichtungsbegehren werden nur mit dem vollständig ausgefüllten Formular entgegengenommen. Das Formular ist online abrufbar unter Schlichtungsbegehren.
Sie können es auch bestellen bei:

Schlichtungsstelle Telekommunikation Bundesgasse 26
3011 Bern
Telefon 031 310 11 77
Fax 031 310 11 78

Beachten sie hierfür unsere telefonischen Öffnungszeiten von 9.00 bis 13.00 Uhr.

Unvollständig ausgefüllte Formulare werden von der Schlichtungsstelle mit der Aufforderung zurückgesendet, das Begehren innerhalb einer angesetzten Frist zu ergänzen. Sollten Sie innert der angesetzten Frist kein aktualisiertes Begehren einreichen, so wird in der betreffenden Sache keine Schlichtung vorgenommen.



3. Einleitung des Schlichtungsverfahrens

Nach Eingang des vollständig ausgefüllten Schlichtungsformulars prüft die Schlichtungsstelle das Begehren sowie die weiteren Eintretensvoraussetzungen und fordert den betroffenen Fernmelde- oder Mehrwertdienstanbieter zur Stellungnahme innert 20 Tagen auf. Nach Erhalt der Stellungnahme des Fernmelde- oder Mehrwertdienstanbieters arbeitet die Schlichtungsstelle einen Schlichtungsvorschlag aus.

Es steht dem betroffenen Fernmelde- oder Mehrwertdienstanbieter frei, sich während des Schlichtungsverfahrens mit den Kundinnen und Kunden zwecks Lösungsfindung direkt in Verbindung zu setzen. Sollten Sie mit dem unterbreiteten Vorschlag einverstanden sein, können Sie das Schlichtungsbegehren bei der Schlichtungsstelle zurückziehen. Wir werden das Verfahren sodann infolge eines Rückzuges abschliessen. Sollte die Angelegenheit anschliessend nicht erledigt sein, können Sie sich jederzeit wieder an die Schlichtungsstelle wenden und ein neues Schlichtungsverfahren einleiten lassen.

4. Schlichtungsvorschlag und Abschluss des Verfahrens

Wenn die Parteien mit dem vom Ombudsmann ausgearbeiteten Schlichtungsvorschlag einverstanden sind und beide die Vereinbarung unterzeichnen, so gilt die Schlichtung als erfolgreich beendet.

Das Verfahren wird auch beendet, wenn eine oder beide Parteien dem Schlichtungsvorschlag nicht zustimmen. In diesem Fall gilt die Schlichtung als gescheitert und es steht den Parteien frei, den Dialog erneut direkt zu suchen. Allfällige Mahnprozesse werden aufgehoben und ein mögliches Inkasso- und/oder Betreibungsverfahren weitergeführt. Der Fall knüpft somit am vor der Verfahrenseinleitung herrschenden Zustand an.

Das Schlichtungsverfahren kann ebenfalls durch einen Rückzug des Schlichtungsbegehrens durch die Kundin/den Kunden, durch die Zustellung einer zwischen den Parteien ausserhalb des Schlichtungsverfahrens getroffenen schriftlichen sowie von beiden Parteien unterzeichneten Einigung oder aufgrund der Einleitung eines (Schieds-)Gerichtsverfahrens in gleicher Sache beendet werden.